Einführung
in das Löschsystem CAFS
Was
bedeutet CAFS?
Die
Abkürzung steht für „Compressed Air Foam System“ und ist international als Begriff
bekannt. Man kann den Begriff mit „Druckluftschaum“ bzw. „Druckluft- Schaumsystem“
beschreiben.
Was
ist anders, bzw. besonders an CAFS?
- Die Schaumerzeugung
findet am Aggregat (Löschfahrzeug) statt. Anders, als beim herkömmlichen Luftschaumverfahren
wird die zur Verschäumung benötigte Luft nicht durch das Injektorprinzip am
Strahlrohr, sondern in Form von Druckluft eingebracht. Es wird dem Löschmittelstrom
somit keine Energie entzogen, sondern Energie zugefügt.
- Durch den erhöhten Energiegehalt können größere
Wurfweiten erzielt werden.
- Der CAFS Schaum ist sehr kompakt und besteht
aus vielen kleinen, homogenen Einzelblasen. Das Verhältnis Masse / Oberfläche
ist sehr günstig für einen möglichst intensiven Temperaturaustausch. Dadurch
entsteht eine maximale Kühlwirkung.
- Mit Hilfe des erhöhten Energiegehalts dringt
das Löschmittel durch die Flammenzone und kühlt den Brandherd direkt. Da wenig
Löschwasser bereits an der Flammenzone verdampft wird sehr schnell und effizient
gelöscht. Die Wasserdampfbildung ist gering. Es herrscht sehr schnell bessere
Sicht.
- Der erzeugte Schaum kann für die Brandbekämpfung
im Bereich der Brandklasse A und B eingesetzt werden. Zu beachten ist hierbei
die Verwendung eines geeigneten Schaummittels.
- Es werden keine besonderen Schaumrohre benötigt.
CAFS- Schaum wird mit Hohlstrahlrohren oder einfachen Rundstrahldüsen an einem
Absperrorgan ausgebracht. Für bestimmte, besondere Anwendungsfälle gibt es
aus der Praxis heraus entwickelte Sonderrohre.
- Der Schlauch enthält zu ca. 50% komprimierte
Luft und ist deshalb leichter mitzuführen.
- Als Angriffsschlauch wird i.d.R. ein C- Schlauch
verwendet, wodurch der Trupp sehr beweglich ist.
- Der Flüssigkeitsanteil im Schaum ist einstellbar.
Somit kann ein nasser Schaum mit maximaler Kühlwirkung oder ein trockener
Schaum mit minimalem Wasserverbrauch hergestellt werden. Der trockene Schaum
ist extrem haftfähig und haltbar.
- Löschmaßnahmen sind im Vergleich zu Wasser mit
ca. 20% der Löschwassermenge in ca. 30% der Zeit möglich. Dies nutzt Mannschaft
und Gerät effizienter und erhöht dessen Verfügbarkeit.
- Wasserschäden sind bei sachgemäßer Anwendung
nicht zu erwarten.
- Die Löschwasserrückhaltung kann ggf. minimiert
werden.
- Das Verfahren ist vielfach getestet, u.A. an
der Forschungsstelle für Brandschutztechnik in Karlsruhe.
- Das Verfahren kann genügend Löschmittel zum Schutz
der Mannschaft beim Innenangriff abgeben.
- Es werden umweltschonende Löschwasserzusätze
(Class A Schaum) verwendet.
- Die Löschwasserzusätze verkleben keine Armaturen
und hinterlassen keine dauerhaften Rückstände im Brandraum.
- Das Verfahren ist von jeder Feuerwehr, ohne Spezialausbildung,
einzusetzen. Bestehende Ausbildungs- und Einsatzpraktiken können weitestgehend
beibehalten werden.
- Das Verfahren ist für den Einsatzalltag, für
kleine und große Feuer, tauglich.
- Die erzeugte Druckluft kann auch für Arbeitsgeräte
(Hebekissen) verwendet werden.
Die
Entwicklung von CAFS
- 1932 Erfindung in Dänemark, danach Nutzung zur
Brandbekämpfung auf Schiffen
- In den 40er Jahren baute die Fa. Fladerer eine
TS mit Kompressor, Aufbauhersteller, darunter Magirus bauen „Druckluft- Schaumspritzen“
- 1944 HALE baut die erste Serie von CAFS Aggregaten
für die US- Navy
- In den 70er Jahren wird der desolate Brandschutz
in den ländlichen Gebieten von Texas durch kleine CAFS Fahrzeuge verbessert
(Texas Snow- Job). Kleine CAFS Systeme werden erfolgreich bei der Buschbrandbekämpfung
eingesetzt.
- 1990 entwickelt die Fa. HALE das CAFS- Master
System, welches automatisch funktioniert und erstmals über Sicherheitseinrichtungen
für den Innenangriff verfügt. Somit wird der Weg für den CAFS Einsatz bei
der Gebäudebrandbekämpfung frei.
- 1994 die BF- Ingolstadt beginnt sich wegen geänderter
Bauvorschriften für CAFS zu interessieren. In Kleinversuchen und im Ausland
werden Erfahrungen gesammelt.
- 1996 die Fa. Ziegler erhält den Auftrag zum Aufbau
der ersten beiden Fahrzeuge mit CAFS- Master Löschsystem in Europa.
- 1997 die ersten CAFS- Master Löschfahrzeuge werden
bei der BF- Ingolstadt in Dienst gestellt. Es erfolgt ein Feldversuch, zusammen
mit der BF- Augsburg, im Auftrag des Bayerischen Innenministeriums. Aufgrund
positiver Ergebnisse entschließt sich Bayern als erstes Bundesland zur Förderung
des Löschverfahrens. Förderungsrichtlinien werden erstellt.
- 2000 CAFS Master Löschfahrzeuge werden, außer
in Deutschland, in der Schweiz, in England, in Croatien, in Polen in Dienst
gestellt. Die NATO rüstet Löschfahrzeuge mit CAFS- Master Systemen aus. In
den USA unterzeichnet George W. Bush ein Gesetz, wonach die Versicherungsprämien
in Kommunen reduziert werden können, wenn die örtliche Feuerwehr über CAFS
Löschfahrzeuge verfügt.
- 2001 es sind ca. 40 Fahrzeuge mit CAFS Master
Löschsystem europaweit unterwegs, weitere 40 derzeit im Auftragsbestand.
Welches
System für welches Fahrzeug?
CAFS
Anlagen müssen von der Leistung her den einsatztaktischen Aufgaben des Löschfahrzeugs
angepasst sein. Die Anlagen müssen automatisch arbeiten und über Sicherheitseinrichtungen
verfügen. Die Vornahme eines Verteilers mit mehreren Strahlrohren für einen
umfassenden Angriff nach FwDV 3 bzw. 4 muss möglich sein.
|
Anlagen-bezeichnung
|
Leistung
WS- Gemisch
|
Leistung
Kompressor
|
Anzahl
der Strahlrohre
|
Empfohlen
für folgende Fahrzeuge
|
|
HALE
Mini- CAFS
|
650
l/min
|
1400
l/min
|
2
– 3
|
Alle
Fz. Ohne Nebenantrieb, TSF- W, KTLF, Nachrüstung
|
|
HALE
CAFS-Master 50
|
650
l/min
|
1400
l/min
|
2
- 3
|
LF
8-6
|
|
HALE
CAFS Master 90
|
950
l/min
|
2500
l/min
|
4
- 5
|
LF
16-12, TLF 16-25
|
|
HALE
CAFS- Master 200
|
1900
l/min
|
5600
l/min
|
6
– 7
|
TLF
24-48, Sonderlöschfz.
|
Aggregate
für den stationären Einsatz, für Wechsellader oder für Anhänger sind lieferbar.
Aus
welchen Komponenten besteht ein CAFS- System?
Vereinfacht
gesagt besteht ein System aus folgenden Teilen:
- Feuerlöschkreiselpumpe
- Kompressor mit Separatortank und Kühlsystem
- Schaumzumischsystem
- Mischkammer (verstellbar)
- Regel- und Steuerungstechnik
Auch
wenn das Prinzip einfach erscheint, ist die Regel- und Steuerungstechnik sehr
komplex und bedarf großer Erfahrung. Auf die Regel- und Steuerungstechnik muss
bei der Auswahl eines Systems großen Wert gelegt werden.
Was geschieht in einem CAFS- System?
- WS- Gemisch wird als Flüssigkeit gefördert.
Flüssigkeit ist nicht komprimierbar, es ergibt sich ein konstantes Volumen,
unabhängig vom Betriebsdruck (z.B. 100 Liter).
- Luft ist als Gas komprimierbar das Volumen unter
Druck ist vom Druck abhängig. 700 Liter werden bei 7 bar auf 1/7 des ursprünglichen
Volumens komprimiert.
- Das Gemisch aus Wasser, Schaummittel und Druckluft
wird durch die Leitungen bis zur Düse (Strahlrohr) transportiert.
- Bei Austritt aus der Düse expandiert die Luft
wieder zu ihrem ursprünglichen Volumen. Es entstehen aus 100 Liter WS- Gemisch
und 700 Litern Luft 800 Liter fertiges Löschmittel.
Wie hoch sind die Kosten?
Ohne
vorherige Investition ist keine Verbesserung möglich. Für ein LF 8-6 sind ca.
40.000 – 50.000 DM, für ein LF 16-12 ca. 80.000 – 90.000 DM zu veranschlagen.
Die Kosten können je nach Lieferumfang schwanken. Die Investition kann sich
allerdings bereits bei einem Schadensereignis bezahlt machen. Die Notwendigkeit
der Investition muss an Gefahrenpotential und Einsatzhäufigkeit gemessen werden.
Was tun, wenn ein CAFS System nicht
gerechtfertigt ist?
Dies
muss nicht das „Aus“ für eine bessere Brandbekämpfung bedeuten. Bereits ab ca.
7000,00 DM ist es möglich ein Löschfahrzeug in Eigenleistung mit einem einfachen
Foam- Master Zumischsystem auszurüsten. Hiermit kann ein Verteiler mit bis zu
3 Rohren bei variablem Volumenstrom mit Class A Foam vorgenommen werden. Die
Zumischrate kann zwischen 0,3 und 1% eingestellt werden, das WS- Gemisch kann
beliebig hoch und beliebig weit gefördert werden. Zweckmäßigerweise werden Hohlstrahlrohre
verwendet. Class A Schaum macht die Brandbekämpfung im Vergleich zu Wasser etwa
doppelt so effizient.
Sie
brauchen mehr Informationen?
Sprechen
Sie uns an! info@cafs.de
© Ulrich Schumann